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Natürliche Holztrocknung: So trocknet Massivholz richtig

5 Min. Lesezeitvon Fynn Kuhlemann

Nachhaltige Massivholztrocknung. Das Massivholz wird über viele Jahre natürlich in unserem Getreidespeicher getrocknet um die perfekte Holzfeuchte für Deine Wohnaccessoires zu haben.

Holz arbeitet, auch lange nachdem der Baum gefällt wurde. Wie es getrocknet wird, beeinflusst, wie formstabil es später als Möbel, Parkett oder Wohnaccessoire ist. In diesem Beitrag erfährst du, was bei der natürlichen Holztrocknung passiert, wie lange sie dauert, wie sie sich von der technischen Trocknung unterscheidet und warum sich Holz beim Trocknen verformt.

Auf einen Blick

  • Natürliche Holztrocknung bedeutet: Das Holz trocknet langsam an der Luft, ohne zusätzliche Wärme.
  • Faustregel für Hartholz: etwa ein Jahr Trocknungszeit pro Zentimeter Holzstärke.
  • Technische Trocknung in der Trockenkammer ist schneller und erreicht gezielt niedrige Holzfeuchten.
  • Holz arbeitet weiter: Es schwindet beim Trocknen und quillt, wenn es wieder Feuchtigkeit aufnimmt.

Was passiert bei der Holztrocknung?

Frisch gefälltes Holz enthält sehr viel Wasser. Nach dem Fällen wird der Stamm im Sägewerk in Bohlen und Bretter der gewünschten Stärke aufgetrennt. Ab diesem Moment gibt das Holz Feuchtigkeit an die Umgebung ab, bis sich seine Holzfeuchte an die umgebende Luft angeglichen hat. Diesen Gleichgewichtszustand nennt man Ausgleichsfeuchte.

Dabei verändert sich Massivholz auf zwei Arten: Es schwindet, wenn es Wasser verliert, und es quillt, sobald es wieder Feuchtigkeit aufnimmt. Deshalb ist eine sorgfältige Trocknung so wichtig. Wird Holz zu schnell oder ungleichmäßig getrocknet, können Spannungen entstehen, die sich später als Risse oder Verformungen zeigen.

Natürliche und technische Holztrocknung im Vergleich

Natürliche Lufttrocknung

Bei der Lufttrocknung werden die Bretter mit Stapelleisten luftig aufgeschichtet, sodass die Luft gleichmäßig zirkulieren kann. Ein Dach oder eine überdachte Halle schützt das Holz vor Regen und direkter Sonne. Das Holz trocknet langsam über Monate bis Jahre und benötigt dafür keine zusätzliche Energie. Wie schnell es geht, hängt von Holzart, Holzstärke, Jahreszeit und Klima ab.

Im Freien erreicht luftgetrocknetes Holz in Mitteleuropa meist eine Holzfeuchte von etwa 12 bis 18 Prozent. Für Anwendungen im Außenbereich reicht das häufig aus. Für Möbel und Einrichtungsgegenstände im beheizten Innenraum wird das Holz danach oft noch weiter heruntergetrocknet.

Technische Trocknung in der Trockenkammer

Bei der technischen Holztrocknung trocknet das Holz in einer Trockenkammer, in der Temperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung genau gesteuert werden. So lässt sich die gewünschte Holzfeuchte, zum Beispiel für den Innenausbau, gezielt und in kurzer Zeit erreichen. Moderne Trocknungsprogramme sind auf Holzart und Stärke abgestimmt, um Spannungen im Holz gering zu halten. Ein weiterer Vorteil: Durch die Wärme werden auch Insekten und deren Larven im Holz abgetötet. Dafür benötigt das Verfahren Energie.

In der Praxis werden beide Methoden häufig kombiniert: Das Holz wird zunächst an der Luft vorgetrocknet und anschließend in der Kammer auf die Zielfeuchte gebracht.

Natürliche Trocknung Technische Trocknung
Ort An der Luft, überdacht Trockenkammer
Dauer Monate bis Jahre Tage bis Wochen
Erreichbare Holzfeuchte Etwa 12 bis 18 %, abhängig vom Klima Gezielt einstellbar, auch unter 10 %
Energiebedarf Keine zusätzliche Energie Wärme und Luftbewegung nötig
Steuerung Abhängig von Wetter und Jahreszeit Temperatur und Luftfeuchte genau regelbar

Wie lange dauert die natürliche Holztrocknung?

Für Hartholz wie Eiche gilt eine bewährte Faustregel: Pro Zentimeter Holzstärke rechnet man etwa ein Jahr Trocknungszeit. Eine fünf Zentimeter starke Eichenbohle braucht an der Luft also rund fünf Jahre. Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer trocknen deutlich schneller. Auch die Lagerung spielt eine große Rolle: Gut belüftete, überdachte Stapel trocknen gleichmäßiger als dicht gepacktes Holz.

Warum sich Holz beim Trocknen verformt

Während der Trocknung verändert sich nicht nur die Holzfeuchte, sondern auch die Form der Bohlen. Durch den Wasserverlust wird das Holz kleiner. Es schwindet aber nicht in alle Richtungen gleich stark.

Schwinden entlang der Jahresringe

In Längsrichtung, also entlang der Holzfaser, schwindet Holz kaum. Quer zur Faser ist das anders: Entlang der Jahresringe schwindet Holz ungefähr doppelt so stark wie quer zu ihnen. Die Lage der Jahresringe im Brett entscheidet deshalb darüber, wie stark es sich beim Trocknen wölbt.

Frühholz und Spätholz

Jeder Jahresring besteht aus zwei Zonen. Im Frühjahr wächst der Baum schnell und bildet helles, weitporiges Frühholz. Im Spätsommer verlangsamt sich das Wachstum, es entsteht dunkleres, dichteres Spätholz mit kleineren Poren. Das dichtere Spätholz ist das, was du als Linie des Jahresrings erkennst. Weil beide Zonen unterschiedlich dicht sind, reagieren sie auch unterschiedlich auf Feuchtigkeit.

Seitenbretter und Mittelbretter

Bei Seitenbrettern verlaufen die Jahresringe flach und über eine lange Strecke durch das Brett. Bei Mittelbrettern stehen sie eher senkrecht. Deshalb verziehen sich Seitenbretter beim Trocknen deutlich stärker als Mittelbretter, die als besonders formstabil gelten.

Wie trockenes Massivholz wieder Feuchtigkeit aufnimmt

Auch getrocknetes Holz reagiert weiter auf seine Umgebung. Kommt es mit Wasser in Berührung oder steigt die Luftfeuchtigkeit, nehmen die Holzzellen Feuchtigkeit auf, das Holz quillt und verändert Form und Größe. Besonders deutlich zeigt sich das bei Holzprodukten, die regelmäßig nass werden, wie Schneide- und Servierbrettern:

  • Immer beidseitig abwaschen: Wird ein Brett nur einseitig nass, quillt es ungleichmäßig, krümmt sich und fängt an zu kippeln.
  • Verzogenes Brett retten: Leg es einige Tage vollständig in Wasser und lass es danach an einem luftigen Ort langsam trocknen.
  • Keine Hitze: Stell das Brett zum Trocknen nicht neben Ofen oder Heizung, sonst trocknet es wieder einseitig und wird erneut krumm.
  • Regelmäßig ölen: Ein Holzöl oder Wachs schützt die Oberfläche und verlangsamt die Feuchtigkeitsaufnahme.

Welche Holzfeuchte braucht Holz im Innenraum?

In beheizten Wohnräumen stellt sich bei Holz im Jahresmittel meist eine Holzfeuchte von etwa 8 bis 12 Prozent ein. Im Winter ist die Heizungsluft trocken, im Sommer steigt die Luftfeuchtigkeit wieder. Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Massivholz sollten deshalb vor der Verarbeitung auf eine passende Holzfeuchte getrocknet werden, damit sie später möglichst wenig schwinden oder quellen. Ein gleichmäßiges Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent tut Massivholz ebenfalls gut.

Mehr über die Eigenschaften verschiedener Holzarten liest du in unserem Beitrag Holzkunde: Massivholzarten im Überblick. Weiterführende Informationen zur Holztrocknung findest du auch bei Wikipedia.

Fynn Kuhlemann

Mitgründer von SpeicherArt. Wir fertigen Leuchten aus Massivholz in unserer Werkstatt in Kiel.

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Alle Leuchten fertigen wir in unserer Werkstatt in Kiel von Hand aus Massivholz. Überzeug dich selbst, gern auch vorab mit einer kostenlosen Holzprobe.